E-Biken Winter-Tipps
Unsplash/Iris

E-Bike Lieferprobleme: So geht’s 2022 weiter

Was ist der Grund für die E-Bike Lieferprobleme – und wie geht’s 2022 weiter? Ein Interview mit KTM-Geschäftsführer Stefan Limbrunner.

Noch nie wollten so viele Menschen ein E-Bike kaufen wie jetzt. Und noch nie waren die Wartezeiten für E-Bikes und Ersatzteile länger. Der Grund: Der Markt für Fahrräder und E-Bikes leidet seit Beginn der Corona-Pandemie unter massiven Lieferproblemen. Wer ein neues E-Bikes kaufen wollte oder nach Ersatzteilen suchte, musste 2021 oft wochen- oder monatelange Wartezeiten in Kauf nehmen. Das hatte mehrere Ursachen.

  • Lockdown-bedingte Produktionsausfälle: Vor allem in Asiens Fabrikhallen stand die Arbeit oft wochenlang still. Von hier kommen aber die meisten Kompletträder und Einzelteile für den Weltmarkt.
  • Zur selben Zeit – im März 2021 – blockierte das Containerschiff „Ever Given“ den Suezkanal. Dadurch verzögerte sich die Abfertigung hunderter Tonnen von Handelswaren für ganz Europa.
  • Auf der anderen Seite stieg die Nachfrage: Immer mehr Menschen stiegen im letzten Jahr vom Auto oder von öffentlichen Verkehrsmitteln auf Fahrrad oder E-Bike um und kauften die Lagerbestände leer.

Werden die Wartezeiten bald wieder kürzer? und welche E-Bike-Trends erwarten uns in der neuen Saison? Darüber sprachen wir im Alles-E-Bike-Interview mit dem Geschäftsführer von KTM, Stefan Limbrunner.

Alles E-Bike: Erst kam Corona, dann steckte ein Containerschiff im Suezkanal fest. Wie hat KTM die E-Bike Lieferschwierigkeiten gemanagt?

Stefan Limbrunner: 2021 saßen alle Hersteller im selben Boot, auch wir von KTM konnten nicht zaubern. Jetzt versuchen wir den Rückstand mit zusätzlichen Schichten und vergrößerten Lagerflächen aufzuarbeiten.  

Hat die Fahrrad- und E-Bike-Industrie das Schlimmste überstanden – oder müssen wir auf unsere Wunsch-Bikes auch 2022 länger warten als früher?

Der Rückstau wird sicher weit ins Jahr 2022 hineinreichen. Aber es gibt genug Bikes bei den Händlern – wir liefern jeden Tag Nachschub aus.

In den Lockdowns kam es zu einem regelrechten Fahrrad- und E-Bike-Boom. Werden wir 2022 noch mehr biken denn je?

Davon bin ich überzeugt. Das Bedürfnis nach Bewegung ist gestiegen, der Wunsch nach Outdoor-Erlebnissen größer geworden. Immer mehr Menschen fahren Rad oder E-Bike – und haben Nachbarn und Freunde, die diesem Beispiel folgen wollen. 

Was ist die eine große Sache, die den Bike-Markt 2022 prägen wird?

Die zunehmende Innovationsgeschwindigkeit. Die Bikes entwickeln sich jetzt so schnell weiter wie Flatscreens oder Smartphones. Wir machen ein Drittel unseres Umsatzes mit Produkten, die es ein Jahr davor noch gar nicht gegeben hat.

Welche Trends werden den E-Bike-Sektor bestimmen?

Die Motoren werden 2022 noch leistungsfähiger und leiser. Und sie fügen sich noch harmonischer und optisch unauffälliger ins Gesamtbild ein.

Welches Bike fahren Sie selbst?

Ein KTM Gravelbike ohne Motor. Aber wir arbeiten schon am E-Modell.